Protestkultur

Als vor zwei Wochen das Wetter noch ganz prima war und sich viel zu wenig tausend Menschen im Schloßgarten versammelt hatten, um ihren Unmut über den von Bahn, Bund, Stadt und Land vorangetriebenen Wahnsinn kundzutun, gab es etwas abseits und ein klein wenig später eine sympathische Aktion der Subkultur 21 Macher.

“Schütz den Park! Rave den Park!” nannte sich das ganze und war, wie ich finde, ein schöner Kontrast zu dem Allerweltsmusikprogramm am Nachmittag mit so todsterbenslangweiligen Musikanten wie Max Herre.

Und überhaupt muß mal gesagt werden, daß es ganz hervorragend ist, wie im Widerstand gegen Stuttgart 21 jeder seins dazu beiträgt auf diesen Mißstand aufmerksam zu machen. Noch vor zehn Jahren wäre es wohl undenkbar gewesen, daß ein paar Jugendliche sich eine Anlage und einen Generator schnappen, ihn irgendwo im Schloßgarten aufbauen und damit eine politische Meinung vertreten. Damals wären sie vermutlich zur Loveparade gefahren, wären völlig verstrahlt um den Wagen der jungen Union rumgehüpft und hätten sich für “Friede, Freude, Eierkuchen” eingesetzt.

Und das ist es, was wir uns unbedingt bewahren müssen! Selbst wenn Stuttgart 21 jemals kommen sollte, darf es nie wieder passieren, daß im Stuttgarter Rathaus jemand aus Großmannssucht ein Projekt vorantreiben kann, daß niemand will und nur wenigen nutzt. Von Anfang an muß solchen wildgewordenen Häuslebauern der Wind so massiv ins Gesicht pusten, daß sie sich nicht trauen werden ein zweites mal solche Fantastereien auszusprechen. Damit muß in Stuttgart ein für Allemal Schluß sein!

Und so kleine Gruppen, wie Subkultur 21, tragen mit ihren sympathischen Aktionen ihr Schärflein dazu bei, daß in Stuttgart in Zukunft auf das Volk gehört werden wird. Wenn sich bei bestem Wetter viele kleine Hundertschaften ihren Schloßgarten nehmen wird sich niemand mehr trauen ihnen ihren Schloßgarten wegzunehmen.

Keine Kommentare

Ersten Kommentar abgeben

Kommentar hinterlassen